Sydney Nightlife
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Sydney Nightlife

Beinfreiheit - Warum in Sydney der Rocksaum etwas weiter oben sitzt

Lüftet die Röcke, hebt die Kleider - es wird Nacht! Ausgehen und ausziehen gehen im Nachtleben von Sydney Hand in Hand. Die Wahl des Qutfits ist daher schnell gefällt: man ziehe einfach alles aus, was man anhabe und ersetze es durch das knappste und kürzeste Teil im Kleiderschrank. Da kann schon ein einfaches T-Shirt genügen. Man paare also das T-Shirt oder Mini-Kleidchen mit mindestens 10-cm-hohen Highheels, et voilà! Diese nächtliche Kleiderordnung gilt in der australischen Metropole zumindest für Frauen.

Der australische Mann hingegen trägt entweder genau das, was er den ganzen Tag über an hatte (also Jeans und Shirt). Oder, wenn es doch einmal etwas schicker sein muss, das obligatorische Hemd mit Lederschuhen. Das kennen wir ja schon von zu Hause! Die komplett entblößten Frauenbeine überraschen eher. Warum zeigt sich die Australierin wohl so unverhüllt? Die einfachste Antwort würde nun lauten: weil alle anderen Frauen es auch machen! Und doch ist sie unbefriedigend, weil sich eine zweite Frage aufdrängt. Nämlich: wer hat damit angefangen? Welche Erklärungsfaktoren kommen also noch in Betracht?  

Zunächst einmal steht zweifellos das Klima auf der Seite der „Unten-ohne-Trägerin“. Eine jährliche Durchschnittstemperatur von etwa 18 Grad lässt nun mal mehr Beinfreiheit zu als durchschnittlich 9 Grad in Deutschland. Auch bietet sich so mehr Gelegenheit zum Sonnenbaden. Und ein knackig gebräuntes Bein präsentiert man natürlich lieber dem kritischen Auge der anderen Clubbesucher als ein schneeweißes. Man kennt es aus dem eigenen Sommerurlaub: die mühsam erworbene Strandbräune will möglichst hüllenlos gezeigt werden. So wird die Pyjama-Hose als Hotpants zweckentfremdet und ein weißes Unterhemd genügt als Top.

Neben der Farbe ist natürlich auch die Beschaffenheit der Beine relevant. Ist ein Bein wohlgeformt, trainiert und schlank, so muss es raus aus den Jeans und rein... worein eigentlich? Eben nirgendwo rein! Auch wenn nach derzeitigen Statistiken 26 Prozent aller Australier als fettleibig gelten – in Sydney ist davon nichts zu merken! Die Stadt scheint wie besessen von Schönheit und Körperkult. Joggende Menschen jeden Alters, mit Kinderwagen oder Hund und bevorzugt bei 35 Grad in der Mittagshitze sind ein Markenzeichen der Metropole.

Wer so hart an sich arbeitet, will seine schwer erkämpften Waffen – also die eigenen Beine – auch im nächtlichen Beutefang einsetzen. Denn schließlich geht es beim Ausgehen immer um eine möglichst perfekte Selbstinszenierung. Warum sich Frauen hier meist mehr bemühen als Männer, ist eine andere Frage. Denn schließlich ist es im Tierreich auch der männliche Pfau, der mit seinem Radschlag ein Weibchen für sich gewinnen will oder das männliche Glühwürmchen, das blinkt, um weibliche Würmchen anzulocken.